Das Projekt „Herz in vielen Stimmen“

„Herz in vielen Stimmen“ ist ein außergewöhnliches musikalisch-theatralisches Projekt, das die romantische Geschichte eines Paares erzählt. Im Zusammenspiel von Poesie und Musik entfaltet sich eine Erzählung, die zeitlose menschliche Gefühle wie Liebe, Sehnsucht und Verbundenheit in den Mittelpunkt stellt. Die Inszenierung wird von einer Schauspielerin und einem musikalischen Trio gestaltet – reduziert in den Mitteln, intensiv in der Wirkung.

________________________________________

Musik und Poesie – eine Verbindung über Jahrhunderte

Die Musik stammt aus der Epoche des späten Barocks, einer Übergangszeit zwischen Barock und Klassizismus. Sie vereint Leichtigkeit und Romantik mit theatralischen, bildhaften und dramatischen Elementen.
Ergänzt wird sie durch sorgfältig ausgewählte Gedichte, die den Bogen von den Klassikern Goethe und Heine bis hin zu zeitgenössischen Stimmen spannen. Diese Auswahl verdeutlicht:
Obwohl sich die äußeren Lebensumstände – technischer Fortschritt, Beschleunigung des Alltags, Informationsflut – verändert haben, bleibt die Tiefe menschlicher Gefühle unverändert.
________________________________________

Authentische Klangwelt

Die musikalische Darbietung erfolgt rein akustisch – auf historischen Instrumenten, für die diese Musik ursprünglich komponiert wurde: Barocklaute, Theorbe, Barockvioline, Bratsche und Viola da Gamba. So entsteht ein authentischer, warmer Klang, der die Poesie trägt und verstärkt.
________________________________________
Theater und Inszenierung
Der theatrale Teil beschränkt sich bewusst auf das gesprochene Wort: Die Schauspielerin rezitiert die Gedichte, unterstützt von minimalen Requisiten. Die emotionale Tiefe entsteht aus dem Zusammenspiel von Sprache, Musik und der Ausdruckskraft der Darstellerin – ohne aufwendige Bühnenbilder oder Effekte.

 

Tim Lam Wai - Barockgeige, -Bratsche / Viola da Gamba
Anastasia Yauzrezava - Barocklaute / Theorbe
Maria Scheu - Viola da Gamba
Clara Cüppers - Schauspiel

 

 
Anastasia Yauzrezava ist in Minsk geboren und aufgewachsen. Im Jahr 2009 erhielt sie Ihren ersten akademischen Grad an der Minsker Musikhochschule als klassische Gitarristin. Im Jahr 2014 schloss sie ihr zweites Studium an der Belarussischen Staatlichen Pädagogischen Universität ab, wo sie Musik- und Sozialpädagogik studierte. Ihre Konzerttätigkeit begann in Belarus, kurz vor ihrem Abschluss an der Pädagogischen Universität: Anastasia gründete zunächst ein Barockduett, dann ein Trio, mit dem sie in ganz Belarus Konzerte gab. Im Jahr 2017 gewann das Duo einen Preis bei einem internationalen Wettbewerb in Gomel (Belarus). Anastasia nahm auch als Gitarristin an vielen Projekten teil und nahm mehrere CDs als Session Musikerin, u.a. mit dem Hauptchor der Minsker Kathedrale auf. Sie nahm zudem an Meisterkursen von Musikern wie P.O`Dette, M.Gondko, A.Schlegel, M.Freimuth sowie an verschiedenen Orchester- und Ensembleprojekten teil. Dabei forcierte sie aber auch stetig eigene musikalische Projekte als Solo- und Ensamblemusikerin in ganz Deutschland. In 2022 graduierte sie als Lautenistin an der Hochschule für Künste Bremen (bei Prof. J.Held).

 

 

Tim Lam Wai wurde in Honkong geboren. Er ist einer der weniger Barockstreicher in 

Hongkong. Lam war der erste Solo Gambist aus Hongkong, der die Matthäus-Passion und die 
Johannes-Passion von Bach aufführte. Lam wurde zu verschiedenen Soloauftritten in 
verschiedene Städte wie Otaru (Hokkaido), Tokio, Shanghai usw. eingeladen. Er nahm auch an 
verschiedenen lokalen und internationalen Barock-Meisterkursen von José Vázquez, Yukimi 
Kambe, Jonathan Manson, Phantasm, Jérome Hantaï und Rainer Zipperling, etc. teil.
Lam schloss sein Masterstudium der Viola da Gamba am Conservatorium van Amsterdam ab. Im Anschluss daran setzte er sein Masterstudium der Barockviola bei Veronika Skuplik und der Viola da Gamba bei Hille Perl an der Hochschule für Künste Bremen fort. Derzeit studiert Lam Viola da Gamba bei Lorenz Duftschmid an der Hochschule für Musik Trossingen, um sein Konzertexamen (das Solistendiplom – die höchste musikalische Qualifikation in Deutschland) zu erlangen. Schon seit Seinen ersten Studien auf der modernen Bratsche begeisterte sich Lam für historische Aufführungen. Lam studierte historische Musikpraxis mit dem Academy Early Music Ensemble unter der Leitung von Benedict Cruft und Dr. Shane Leveque, während er moderne Bratsche an der Hong Kong Academy for Performing Arts studierte. Seit 2012 fördert Lam mit der Early Music Society of Hong Kong (gegründet von Lam und seinen Kollegen) alte Musik in Hongkong. Im Juli 2017 wurde die Gesellschaft nach Shanghai eingeladen, um eine Woche lang Konzerte und Demonstrationen zu geben. Die Gesellschaft hat mit verschiedenen Chorgruppen bei verschiedenen Barockkonzerten in Hongkong zusammengearbeitet, darunter Händel Messiah, Bachs Johannespassion usw. Lam unterrichtete auch Viola da Gamba in Barockmusikaufführung an der Hong Kong Academy for Performing Arts

 

Maria Scheu wuchs im Stuttgarter Raum auf und kam als 7-jährige früh mit alter Musik, insbesondere Consortmusik in Berührung. Bis zum Abitur widmete sie sich unter der langjährigen Betreuung von Heike Hümmer intensiv dem Gambenspiel und zahlreichen kammermusikalischen Projekten. Seit 2016 lebt sie in Bremen, absolvierte dort zunächst ein Schulmusikstudium und ist seit 2023 mit dem Hauptfach Viola da Gamba Studentin der Hochschule für Künste in Bremen. Hauptfachunterricht sowie Consortspiel erhält sie von der weltweit renommierten Gambistin Prof. Hille Perl. In ihrem bisherigen Studium wirkte sie an vielfältigen Projekten mit, darunter Konzerte unter der Leitung von Detlef Bratschke, Mechthild Karkow und Maximilien Brisson sowie Manfred Cordes im Rahmen der Weser Renaissance Reihe. Neben ihrem Alte Musik Studium begeistert sie sich für moderne Chormusik, Klavierstücke der Romantik und Sologesang verschiedenster Epochen.

 

 

Clara Cüppers studierte Germanistik und Romanistik und entdeckte früh ihre Leidenschaft für Sprache, Literatur und Bühne. Bereits in ihrer Jugend erhielt sie eine mehrjährige Ballettausbildung an der Deutsche Oper am Rhein. Nach ihrem Magisterabschluss 2007 absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule der Keller in Köln.

Von 2011 bis 2022 arbeitete sie als freie Schauspielerin an verschiedenen Bühnen in Deutschland, unter anderem in Köln, Düsseldorf, Hamburg, München sowie bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen, wo sie neben ihrer Tätigkeit als Darstellerin auch Regie führte und zeitweise stellvertretend in der Intendanz tätig war. Sie war zudem mit mehreren Produktionen auf Deutschlandtournee unterwegs, darunter viele Jahre mit der Komödie „Achtung Deutsch!“ (Regie: Jochen Busse) sowie mit einem Programm mit Texten von Heinz Erhardt.

Heute verbindet sie ihre Liebe zur Sprache mit ihrer Arbeit als Qi-Gong-Lehrerin, Gesundheitspraktikerin und Coach für persönliche Transformation. In ihren Projekten begegnen sich Literatur, Stimme, Atem und Bewegung – und öffnen Räume, in denen Worte nicht nur gehört, sondern auch gespürt werden.